„Unterstützung von Veränderungsprozessen durch Coaching“
Überall wo Veränderungsprozesse initiiert und umgesetzt oder bereichsübergreifende Aufgaben optimiert werden sollen ist Coaching ein wertvolles Instrument. Zu den Chancen und Grenzen die Coaching-Maßnahmen Unternehmen bieten nimmt Iris Clermont, Inhaberin von AICoaching, im Gespräch mit der switch!-Redaktion Stellung.
switch!: Coaching zielt auf die Verhaltensänderungen von Einzelpersonen oder Teams ab. Will man dies kritisch sehen, kann man Coaching also auch als Manipulation betrachten.
Iris Clermont: Das ist richtig, Coaching will Verhaltensänderungen bewirken. Es geht in der Regel jedoch auch um die Verbesserung von Prozessen und Leistung. Im Gegensatz zur Manipulation im Rahmen herkömmlicher „Führungsmodelle“ zielt Coaching in erster Linie darauf, Mitarbeiter zu motivieren! Teilnehmer sollen mithilfe des Coachings aus sich heraus eigene Leistungspotenziale entfalten. Die so erzielte Leistungssteigerung soll als persönlicher Nutzen für die Gruppe empfunden werden.
switch!: Es geht also sehr stark um Motivation?
Iris Clermont: Nicht nur. Es geht auch darum, unverzichtbare Rahmenbedingungen klar zu kommunizieren und den Blick über den Tellerrand hinaus zu fördern.
switch!: Wo sehen Sie die Grenzen von Coaching?
Iris Clermont: Menschen versuchen häufig, andere zu ändern – viel zu oft wird dabei belohnt oder bestraft, um eine Überzeugung zu verändern. Dieser Ansatz lässt jedoch außer Acht, dass Menschen sich nur selbst verändern können. Leider neigen wir aber dazu, auf bestimmte Reize von außen immer auf die gleiche Art zu reagieren.
So entstehen leicht Teufelskreise. Denn wir weisen die Schuld für Probleme die aus der Reiz-Reaktions-Automatik entstehen gerne den anderen Beteiligten zu. Der Coach kann dabei helfen, den Teufelskreis bewusst zu machen und zu analysieren. Auf diese Weise können Reizreaktionsmuster durchbrochen werden. Vorausgesetzt natürlich, die Teilnehmer bringen eine grundsätzliche Bereitschaft zur Veränderung mit.
switch!: Können auch Unternehmensstrukturen, Grenzen für Coaching-Maßnahmen bedeuten?
Iris Clermont: Ja. Ein typisches Beispiel ist die weitverbreitete strikte Trennung von Fachabteilungen und Einkauf. Hier findet man häufig ein äußerst gespanntes Verhältnis vor. Zudem werden viele wertvolle Potenziale bei der Wertschöpfung in Unternehmen verschenkt, wenn die Zielvorgaben für die Fachabteilungen und den Einkauf diametral sind.
switch!: Was schlagen Sie Unternehmen vor, die dieses Potenzial zukünftig nicht mehr verschenken möchten?
Iris Clermont: Bei der Beantwortung dieser Frage bin ich nicht nur als Coach sondern auch als Mathematikerin mit einer langjährigen Erfahrung im Projektmanagement gefordert. Bei den wenigsten Unternehmen wird eine Gesamtkostenbetrachtung unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit von Systemlieferanten und Dienstleistern durchgeführt. Eine Tatsache, die mich immer wieder verwundert, denn eine sinnvolle Beurteilung von Systemlieferanten und Dienstleistern kann ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von Projektlaufzeiten und Projektkosten sein.
Sowohl der Servicebetreiber als auch der Dienstlieferant steigern den Profit unter anderem durch eine Minimierung der Konflikte und durch eine Maximierung der optimalen Zusammenarbeit und von unterschiedlichen Bereichen in den Konzernen. Notwendig dazu sind spezifische, messbare Kriterien zur Beurteilung von Systemlieferanten und ein klarer, eindeutiger und zu den beteiligten Personen und Teams kommunizierter Entscheidungsprozess.
switch!: Wie können derartige Prozesse angestoßen werden?
Iris Clermont: Wenn die Zielsetzung durch die Unternehmensleitung vorgegeben ist oder gemeinsam mit ihr erarbeitet wird, können für die jeweiligen Units Teamcoachings durchgeführt werden. Zu Beginn eines Teamcoachings werden spezifische, messbare Ziele festgelegt. Die Teams werden in Interviews zu ihrem aktuellen Status, zur Wahrnehmung der Stärken, sowie zu Verbesserungen und zu einem Denken (out oft the box) angeregt. Die Vorschläge werden dann in der gemeinsamen Runde vorgestellt. Das Ziel eines Coachings für virtuelle Teams, bzw. Teambuilding ist eine verbesserte, effiziente, motivierte Zusammenarbeit, die zu Zeit und Kostenersparnis für alle beteiligten Units unter Berücksichtigung einer sinnvollen Implementierung in einen Gesamtprozess führt.
switch!: Frau Clermont, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Iris Clermont – zur Person:
Ausbildung:
Dipl. Mathematikerin
Berufliche Laufbahn:
18 Jahre internationales Projektmanagement und Beratertätigkeit bei Ericsson und Nokia im Festnetz- und Mobilfunkbereich für 40 verschiedene Unternehmen in Europa, Asien, Süd-Amerika u.a. Vodafone, T-Mobile, Telefonica, O2, Elisa, Polkomtel, Orange, Porta, Mobilcom, Sunrise...
Optimierung von Beziehungen zwischen Systemlieferanten und Dienstleistern. Optimierung von Prozessen zur Klärung von Verantwortlichkeiten und Steigerung der Motivation. Das Ziel: Profitabilität und Kostenoptimierung.
Selbständig seit 2008
in internationalen Coaching-Projekten als selbstständiger Teamcoach unter anderem für VF Italien, MSN in Deutschland, KPN in den Niederlanden, T-Mobile in U.K., O2 in Deutschland
Coaching-Mission: Mein Wunsch ist, dass Teams Hand in Hand mit Spaß zusammenarbeiten, das Ihre Ziele und Visionen bereichert und erreicht werden mit dem Fokus auf die Stärken jedes Einzelnen.
